Freitag, 1. Oktober 2010

Nymphenmonologe

frei nach Teenietext von 2004.

Manchmal da sitzen wir. Sitzen einfach nur.
Auf dem Sofa. Auf einer Wiese. In der Badewanne.
Auf dem Klo.
Wir sitzen einfach nur da und gucken durch die Wand.
Es gibt dann Momente, in denen stehen wir auf, gehen weiter. Gehen aus dem Haus.
Laufen nackt die Straße entlang.
Im besten Falle bekleiden wir uns vorher.
So wäre es gut. Denken meist die anderen.
Das wäre die eine Möglichkeit.
Doch es gibt ein Aber.

Aber manchmal bleiben wir auch sitzen. Und werden gezwungen miteinander zu reden.
Manchmal ist es dann wie auf der Autobahn.
Viel. Schnell. Grau. Grell.

Dann brechen manchmal alle Dämme. Dann rinnt es durch unsere Finger an unseren Armen entlang.
Warm rinnt es am Hals herunter. Auf dem Weg erkaltet, vorbei am Herzen, das uns bis zum Zäpfchen klopft. Knallt. Raus will. Schreien und Weinen.
Ob es wohl mit will?

Läuft weiter über unseren bebenden Brustkorb, am Bauch vorbei. Bis es uns vollkommen umhüllt.
Einen kurzen Moment dann geht das Licht aus, wir drücken unsere Hände gegen unsere heißen Schläfen. Wir sind umhüllt von einem Meer aus Tönen, die unser Trommelfell durchbohren. Öffnen unsere Lippen, trauen uns aber nicht zu atmen. Wir schreien uns gegenseitig an.

         All that I want...
                                                      And into your heart…
                  Laugh can hurt…
                                                               My tummy is crying…

Irgendwann, nach dem Bruchteil einer Sekunde, nach 124 Jahren, öffnen wir unsere Augen.
Unser Herz rast, bohren unsere Zähne in unsere Zunge, wir beißen uns fest. 

Noch kurz, wir bleiben stehen, blicken in den Spiegel.
Kann man nicht richtig erkennen, was und wer da blickt.
Lächeln wie irre um kurz danach klares kaltes Wasser in unser Gesicht zu schmeißen.
Wir gehen. Ziehen uns vorher an.
Es hat niemand gemerkt. 
Und zack bumm, Grinsebacke.

„Bei euch alles okay?“

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