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Donnerstag, 23. Februar 2012

graue Tage

Der Himmel ist grau, die Stimmung somehow neblig, krank bin ich auch seit einer Woche und der Kopf schmerzt. Ob nun wegen verrotzter Nebenhöhlen oder genervter Grundstimmung -  keine Ahnung. Dabei ist eigentlich alles gerade gut. Wahrscheinlich wird es sogar für mich Winterkind einfach langsam Zeit, dass die Sonne kommt und der Mantel verschwinden kann. Winter wie im letzten Jahr, mit Schnee bis zum Abwinken, das macht doch glücklich. Aber dieser unbunte Einheitsbrei der letzten Monate war ja wohl unschön.
Klausuren sind durch und eigentlich muss ich wie eine Wilde schreiben. Warte noch auf den Ruck und hoffe dann auf den Flow.

Anbei: Germany´s next Top-Hasi. Wer auf dessen Haare nicht neidisch ist, dem ist auch nicht zu helfen.
















Dienstag, 21. Februar 2012

Dienstag, 16. August 2011

:ATMOSPHÄRENGLEICHUNG // :ABZÄHLREIM


MELANCHOLIE
UND DU WEIßT GAR NICHT WIE                                                         ENE
DIR GESCHIEHT

LEICHTIGKEIT
DIE DIR IN DEN NACKEN SCHREIT                                                       MENE
SOBALD SIE FLIEHT

PANIK
BRICHT DIR DAS GENICK                                                                        MU
WENN SIE AN DIR ZIEHT

HARMONIE
VERGAßT DU SIE ?                                                                                WEG

DAS HERZ ZERFLIEßT
DAS SCHWEIGEN BRICHT                                                                             DU






Mittwoch, 10. August 2011

peoplewatching #12: vom Geschichten erzählen und erzählt bekommen.

Und während ich von Frauen lese, deren Haar nach Äpfeln riecht, deren Augen warm und braun wie Haselnüsse oder tief und unergründlich blau wie Ozeane sind, deren Stimmen klingen wie ein warmer Sommerregen oder gar glockenhell, als würden Engel singen, deren Haut weich wie Seide ist, durch zart blonde Härchen glitzert wie Karibiksand in der Sonne und dabei riecht wie Dampf, der vom Moos einer lichtdurchfluteten Waldlichtung aufsteigt - während ich von all diesen Zauberwesen lese und die Augen schließe,  tief einatme, mir mit all meiner Kraft vorstelle, während ich all das tue - warte ich. Und träume. Und hoffe.
Manchmal so fest, dass mich all die Bilder, Gerüche, Erdachtes in der Nacht erneut vereinnahmen. Und hier stellen sie sich vor und ich muss mich gar nicht mehr anstrengen. Ist das dann das eigentliche Geheimnis dieser Worte?
Und dann kommt der nächste Tag und mit dem Augenaufschlag dringt das scharfe Licht ein, die Wärme schwindet und das Herz implodiert.

Und ich gehe durch den Tag, mit offenen Augen versuche ich das Buch des Asphalts zu lesen.
Sehe Männer, auf deren Wimpernkranz jede Frau neidisch wäre. Sehe helle Geister, deren Worte wie eine wohltuende Umarmung klingen. Sehe jene, deren Taten mit dem gesenkten Blick mehr vermitteln als jeder Ausspruch es je könnte. Erkenne Augen, hinter denen eine Traurigkeit steckt, die mich im Herzen sticht und Väter, vor denen man ob ihrer aufopferungsvoll geduldigen Hingabe niederknien und ihnen im Namen aller Töchter und Söhne in alle Ewigkeit dankbar sein möchte. Bemerke ich Narben auf Handrücken, erahne selbe auf Seelen, die eine unendliche Geschichte niederschreiben könnten.

Und es drängt sich eine Frage bis unter den dicken Kloß Richtung Kehlkopf, was ist Traum? Darf ich weiterlesen und beobachten und vorstellen und sehen und erahnen oder ist es an der Zeit, das Buch zuzuklappen und ein für alle Mal wegzulegen oder darf und sollte diese Zeit vielmehr niemals kommen?

Montag, 4. Juli 2011

Gedankenräume - Kopf(t)räume


Platz ist in der kleinsten Hütte und ein Schloss entsteht im schäbigsten Hinterhof.
Einer von vielen Vorteilen, die Kindesphantasien bergen können.

Viele Plätze bargen in meiner Kindheit die damals noch zahlreichen, unbebauten Grünflächen in der Reihenhaussiedlung, in der ich den Großteil meiner Kindheit aufwuchs. Also, in einem Reihenhaus, nicht auf einer Grünfläche versteht sich...
Diese Grünflächen waren nicht nur nicht bebaut. Die Flora und Fauna wucherte dort buchstäblich vor sich hin. Mit den Freunden aus unserer Straße wurden in diesen hohen Wiesen und Büschen Höhlen erschlossen, Zimmer imaginiert, Wurzel- und Blattsuppen gebraut und gespielt, was das Zeug hielt.
Diese großartigen Plätze waren aber nicht auch gleich der wundervollste Raum, der sich in meiner Kindheit darbot. Meine wertvollste Raumerinnerung entstand in meiner Vorstellung oder in einem Traum.
Was nun zuerst da war, das kann ich gar nicht mehr genau sagen.

Schon damals war ich hin und wieder empfindlich gegen zu häufige zu große Lautstärke, zu viel  Tohuwabohu und hab mich ab und an gerne mit etwas zu lesen oder Malsachen zurückgezogen.

Und – entweder nun im Traum zu Tag oder Nacht oder aber in einer kleinen Phantasiereise  -entdeckte ich in unserem Haus einen dafür großartig geeigneten Schatz.
In der oberen Etage verbarg sich um ein paar Ecken, denn nur so konnte sich dieser Raum auch jahrelang vor mir und den weiteren Bewohnern des Hauses verstecken, eine alte schwere und natürlich geheimnisvolle Holztür.
Auf einer meiner kindlichen Streifzüge entdeckte ich diese Tür, durch deren Ritzen fahl das dahinterliegende, spärliche Sonnenlicht kroch. Staubkörner tanzten in den so entstandenen Lichtkegeln auf der Seite, auf der ich mich noch befand.

Ich öffnete diese Tür und dahinter befand sich ein recht großer Raum mit tiefliegenden Decken und er war gefüllt mit sehr gemütlichem, aber spärlichem Interieur.
So kann ich mich an einen alten, verstaubten, aber dennoch herrlichen, roten Teppich erinnern.
Es gab mehrere tiefe Dachschrägen und der Raum war mit wenig, aber heimeligem Sonnenlicht durchzogen.
Von der Tür gesehen geradeaus sowie auf der linken Seite des Raumes, jeweils eingerahmt von Schrägen, befanden sich zwei runde Fenster mit Kreuzverschlägen. In der Mitte auf dem roten Teppich stand ein urgemütlicher und uralter Ohrensessel  und davor ein kleiner Tisch. Drumherum standen noch mehrere Sitzhocker. Und an der Wand fand sich ein altes Bücherregal. Einige Schätze waren hier schon aufbewahrt worden, leere Flächen im Regal luden ein, sie mit weiteren Lieblingsbüchern zu befüllen.

In meiner Erinnerung war ich selig und überglücklich, diese Stätte der Ruhe und dieses Geheimnis unseres kleinen Häuschens gefunden zu haben. Und diese Vorstellung war zwar meine ganz eigene, dennoch kann ich mich auch daran erinnern, dass ich wenige Freundinnen in mein Geheimnis eingeweiht und sie eingeladen habe, hier eine kleine Kakao- und Keksrunde abzuhalten.


Woran erinnert mich das aus heutiger, 'erwachsener' Sicht?
Es ist schön, dass man seinen Kopf noch für sich ganz alleine hat. Dass man als Kind Räume erfinden konnte, die gar nicht da waren, ohne gleich als verrückt zu gelten.
Vielleicht war dies eine kindliche Version des heutigen „Wellnessurlaubs“. Wenn ich heute unter viel Stress stehe, Termindruck ansteht oder die Welt draußen einfach viel zu laut, zu schnell und zu bunt ist, dann sage ich – und so macht es vielleicht ein mancher - „Ich brauche eine Auszeit.“ oder „Ich muss mal raus hier.“
Was ist dabei genau dieses „hier“? Es ist wohl die oben beschriebene laute, schnelle, bunte, ständig fordernde Umwelt.
Als Kind hatte man, aus verschiedenen Gründen die Möglichkeit, sich diese Auszeit in seiner Fantasie, im Spiel zu suchen.
Dies kommt einem als Erwachsener abhanden. Das muss zu gewissen Teilen wohl auch so sein und ist für das konventionalisierte Leben auch gut so.
Aber seine Auszeit, die braucht man dennoch ab und zu und diese muss man sich auf anderem Wege holen. Und der Kopf, der manchmal viel zu voll ist mit Dingen über die man sich Gedanken macht oder mit Dingen, die zu erledigen sind, der ist für diese Auszeit bereits ausgelastet und scheint nicht mehr geeignet. Andere Lösungen müssen her.
Dabei wünscht man sich vielleicht einfach auch mal die Möglichkeit zurück, dass in den bekannten Räumen auf einmal eine Tür erscheint, hinter der alles ruhig ist oder aber man wünscht sich eine Südseeinsel mit rauschendem Meer, die einfach aus den Kissen des eigenen Bettes aufsteigt oder den Urwald Südamerikas im heimischen Apfelbaum oder ähnliche Möglichkeiten, sich ganz unproblematisch in seine Räume der Ruhe, Fantasie, Kraft, Vorstellung zurückzuziehen.

Sonntag, 26. Juni 2011

peoplewatching #10: der Hunde-Mann.

Der Hunde-Mann und ich, wir kennen uns nun schon seit circa 10 Jahren.
Zumeist morgens, manchmal auch am Nachmittag liefen wir uns, ebenfalls zumeist auf der jeweils anderen Straßenseite, über den Weg.
Nach langer Zeit dieser immer wiederkehrenden Begegnungen, gehörte es schon zur täglichen Gewohnheit, sich zu sehen und man nahm Blickkontakt auf. Denn man erkannte sich ja.
Dies ging über in ein morgendliches Zunicken.
So ging es lange Zeit. Immer hatte er seinen struppigenr, großen, graublonden Hund dabei.
Eine Zeit lang dachte ich sogar, der Hunde-Mann existiere vielleicht nur in meiner Einbildung oder als eine Art Erscheindung, weil den Herren leider niemand sonst kannte und es immer zu recht merkwürdigen Zeiten zu einer Begegnung kam.

Als ich einige Jahre nur noch selten in meinem Heimatort war, geriet mir der Hunde-Mann - und ich vielleicht auch ihm- in Vergessenheit.
Nun sah ich ihn vor einigen Monaten wieder.
Zunächst wieder auf den Gehwegen. Ohne Hund. Dann sah ich ihn allein im Café.
Und an diesem Wochenende fuhr er mit dem Rad an mir vorbei.
Man erkannte sich, jedenfalls denke ich das. Denn mir ging es ja so und warum sollte er mich dann nicht wiedererkennen.
Wir nickten uns zu und ich schickte noch ein Lächeln hinterher. Es wurde herzlichst erwidert.

Manchmal werde ich ganz traurig, wenn ich mir vorstelle, dass der alte Mann vielleicht sehr allein ist. Vielleicht steckt in ihm aber auch eine Seele wie die meine, nur gut 40 bis 50 Jahre älter und das ist alles meistens schon okay so.

Bis heute, nach 10 Jahren des gegenseitigen Erkennens, Zunickens und Zulächelns, haben wir leider nie ein Wort gewechselt.
Was Raum lässt, für viel Nachdenken. Was hinter dem Schweigen für ein Leben steckt. Was für Gedanken. Das ganze ist ein höchst interessantes Gegenübersein und es ist ebenso interessant, ob es wohl dabei bleiben wird, oder es doch irgendwann mal zu einem "Hallo" an der Ampel kommt.

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Donnerstag, 16. Juni 2011














zu viel. Zu wenig von der anderen Zeit. Backsteine auf den Schultern und ein Riese steht auf dem Herzen. Und ein giftiger Zwerg steht dahinter, piekst dir stetig in den Rücken. Steter Tropfen höhlt den Stein, was einen nicht umbringt macht nur stärker. Hopp!

Sonntag, 5. Juni 2011

ein Wort.

Wenn die Luft knistert und Plätschern wie Erlösung klingt. 
Sich Sonnencremeduft in die Nase schleicht und neben Eis, Melonen und Beerenfrüchten auch Pommes wie der Himmel auf Erden erscheinen. 
Wenn man die Berührung der Sonne körperlich spürt und der nackte Bauch wohlig kribbelt, wenn man kein definiertes Geräusch mehr wahrnehmen kann und einfach in diesem akustischen Rauschen, in dieser Mischung von Glücksgefühl, wegdämmern kann.
Wenn deine sonnenstrapazierte, empfindliche Haut am Abend dankbar die Kühle der Laken annimmt und sich, bei ganz viel Glück, auch noch die über den Tag angestaute Spannung und Taubheit wegdonnert, -blitzt und -wäscht.
Dann entsteht da eine Stimmung aus einer ganz besonderen Lethargie, Melancholie, Glückseligkeit, Wohligkeit....eine Stimmung die eigentlich ein eigenes Wort verdient, um ihr zu huldigen.