Freitag, 4. März 2011

wie die Motten in das Licht.





http://www.meisterwerke-online.de/gemaelde/joseph-mallord-william-turner/5198/licht-und-farbe-der-morgen-nach-der-sintflut.html



Bedenken habe ich natürlich. Gehabt. Habe sie. „Reflektiert sein“ kann man das nennen, als Bodenständigkeit bezeichnen es andere.

Ich bin vielleicht alt. Nicht uralt, aber so alt, dass der Punkt an dem ich mich momentan befinde, „eigentlich“ überschritten sein sollte.  Jedenfalls dem Erwartungshorizont der umgebenden Gesellschaft und vielleicht der Gesellschaft heute an sich nach.

Allerdings war ich auch schon mal jung, zu jung, als dass ich an den Stationen, an denen ich damals stand, hätte stehen sollen.
Vielleicht gleicht sich das irgendwo im Universum, eventuell dort wo die Ameisen leben, in einem „To-Do-Karma“ wieder aus.

Aber dann lese ich und lese und auch wenn es vielleicht ein paar Jahre früher so hätte sein sollen – es tut so gut.
Ich lese Literatur und von ihr, lese sie anders, in anderen Zusammenhängen, lese von Interpretationstheorien, von Psychoanalyse und Strukturen, von Ästhetik und natürlich auch noch mal von der schon so bekannten und vertrauten Pädagogik. Das Lesen tut gut an sich, ich freue mich jedes Mal erneut darauf, ich sauge wie ein Schwamm alles auf.

Das, was ich nun lerne – es mutet fast schon wie ein Hobby an. Aber als Hobby haben eben auch schon andere, nun sehr ernsthaft betriebene Dinge, begonnen. So soll diese Bezeichnung also wirklich keine mit einer abwertenden Bedeutung sein. Sondern vielmehr den großen Faktor der Freude unterstützen. Und ist das nicht zumindest eine gute Basis?
„Wie die Motten in das Licht, genau wie du und ich“ und dann auch noch das Schloss aus Sand. Ich hätte damals vielleicht genauer hinhören sollen, aber wer weiß es in jungen Jahren  nicht vermeintlich besser.

Ich lese und höre von der Kunst. Soweit ich bis zu diesem Punkt verstanden habe – bin ich auch schon mitten im Prozess. Lebe eine gewisse Haltung an sich, lerne sie und spüre dann ein ganz geheimes Kribbeln und große Aufregung.
Wie man es spürt, wenn die Erkenntnis an die Tür klopft. Und wenn es nur die ganz persönliche ist.
Da passen auf einmal alle Räder aneinander, Fug und Unfug geben sich die Hand und die Gedankenbücher, die bisher in einem schwerelosen Raum umherirrten, versammeln sich in pädagogischer Grundform und klopfen sich gegenseitig auf die Schulter.

Die Ehrfurcht vor der Kunst hat mich nie in diese, richtiggehend aktive Richtung, denken lassen. Das Interesse wurde fast unterdrückt, aus Respekt vor den Wahrhaftigen. Und nun scheint es doch so, als ob der Weg sich ebnet und mir den Horizont frei gibt. Ich hoffe drauf.

Und ausnahmsweise mal ganz besonders angenehm: das ganz konkrete Zielband ist definiert und erkennbar.

Dankbarkeit spüre ich, das möchte ich nicht verlieren. Und Freude. Und Angst. Davor, dass sich das Oberstübchen doch als Erbsenhirn entpuppt. Ich tue mein Möglichstes, dass dem nicht so ist und sein wird.

Und trotz aller Rechtfertigungszwänge, und die werden anhalten und bleiben, so hoffe ich dass ich die Hand ergreifen kann und die Schlösser nicht nur aus Sand bestehen werden.

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