Bei den Bildern(http://eugeniorecuenco.com/imagenesseccion_images447.jpg) hoffe ich auf erneute Austrahlung der neuverfilmten Märchenreihe der Öffentlich-Rechtlichen zur Weihachtszeit. Dann dürfen es aber auch ein paar von den Tschechen sein. Mein Lieblingsstück war einst ein Film, in dem Irrlichter vorkamen. Leider weiß ich gar nicht mehr, welcher das war.
Abgesehen davon, dass der Film der absolute Knaller ist, ich es nicht erwarten kann, bis die DVD herauskommt und am liebsten noch 2-5x ins Kino gehen würde, uns Heulkrämpfe in diesem Film nicht nur einmal kräftigst geschüttelt haben ("Kannst du hier etwa herausapparieren? - "Natürlich, ich bin ein Elf!"), gibt es auch eine Menge für´s Auge.
Da ist jemand gehörig erwachsen geworden. Meine Schwester und ich ahnten ja schon anfangs, dass aus dem Rotschopf mal ein schmucker Mann wird. Mit hinreißender Mimik und Humor zum Daniederknien. Und jetzt kam auch noch ein Körper dazu, der als Darreichungsbild für eine Definition von "Beschützerinstinkt" es nicht treffender visualisieren könnte.
"Unter allein den jungen Leuten habe ich eigentlich nur mit Dir gesprochen, und wenn ich schon mit andern sprach, so war es nur nebenbei oder Deinetwegen oder durch Dich oder in Beziehung auf Dich. Du warst, neben vielem anderen, auch etwas wie ein Fenster für mich, durch das ich auf die Gassen sehen konnte. Allein konnte ich das nicht ..."
Kafka
Oftmals blicke ich voller Neid auf diejenigen unter uns, die standhaftesten Fundaments Herren ihrer Lage sind.
Da stehe ich vor Lehrer, Dozenten oder anderen Cracks des jeweiligen Gebiets und es bleibt mir der Mund offen stehen, angesichts des vollkommen lückenlos dargebotenem Wissen, das mir mein Gegenüber im Brustton der Überzeugung entgegen preschen kann.
Man sagt mir zwar, ich habe ein gutes Gedächtnis.
Ereignisse, Personen, Sachverhalte, die in irgendeiner Weise in der Vergangenheit einprägsam und wichtig waren; Bücher, Bilder, Filme, die bleibenden Eindruck hinterlassen haben, kann ich noch lange Zeit abrufen und von ihnen erzählen.
Aber eben nur, wenn sie in meinen Augen merkenswerte Qualität, Eindruckskraft besaßen.
Auch viele Dinge, die ich gelernt habe, sind mir eingebrannt, in Fleisch und Blut übergegangen.
Aber ein Fachgebiets-Crack? Lange muss ich überlegen, wenn ich einen Teilbereich nennen müsste, in welchem ich mich als „Experte“ bezeichnen sollte.
Letztendlich würde ich dann lieber davor passen.
So machen mich, zum Beispiel Historiker und ihr schier endloses rezitierbares Repertoire an Daten und Zusammenhängen, schlicht sprachlos.
Oder werdende, wie fertige Germanisten und andere Literaturwissenschaftler, die bereits das 5fache von dem gelesen haben, was ich in meinen Leben bisher geschafft habe zu lesen.
Oder Kirchler, die ad hoc zu jeder passenden Situation aus der Bibel zitieren können.
Oder Musikcracks, die jede Band, jede Epoche, jede Stilrichtung, jeden Künstler nennen und miteinander vergleichen können.
Oder oder oder.
Ich bin in diesen Situationen voller Neid. Wenn mir jemand gegenüber steht, der so vollkommen sicher und wissend ist. In dem was er tut. Sagt. Denkt. Weiß. Und ich bin beeindruckt, fast ehrfürchtig.
Von vielen Dingen ein bisschen wissen, von einer Menge ein Stückchen können – das tue ich vielleicht. Und das mag manchmal besser sein, als von dem Einen viel und von dem Rest nichts beherrschen zu können. Oder gar von gar nichts etwas. Das ist klar.
So richtig erstrebenswert finde ich das aber irgendwie nicht.
Es mögen manchmal braune Augen sein. Die Art, wie sich Wimpern auf hohe Wangenknochen betten. Der Musikgeschmack, dessen Unabhängigkeit und Authentizität uns beeindruckt.
Die Aura, die Bandmitglieder von Natur aus mit sich bringen.
Die Überraschung, dass dort jemand hervorragend mit Gitarre zur Abendgestaltung im Petroleumschein der Sommernächte beitragen kann.
Eine Wahnsinns-Empathie und Geduld im Umgang mit kleinen Kindern.
Selbstlosigkeit für Großmama.
Eine Stimme zum Daniederschmelzen.
Und manchmal reicht vielleicht einfach ein Mixtape.
In das kann man dann alles oben Genannte hinein wünschen und darüber hinaus hinwegsehen, dass man sein Herz eventuell nur an einen Traum, an eine Vorstellung verloren hat.
Ein Traum, der als Wolf im Schafspelz, in Form eines emotional retardierten Technikeigenbrötlers daher kommt.
Da braucht es dann doch tatsächlich ganze Jahre zu merken, dass da zwei absolut inkompatible Faktoren versuchen, eine Gleichung herzustellen.
Da ruckelt es an Ecken und Kanten.
Aber man kann sich nicht ewig vormachen, dass da etwas passend gemacht werden könnte, was einfach nicht passt.
Einzig erstaunlich dabei isteigentlich, dass nur Faktor A auffällt, dass sich kein gemeinsamer Nenner finden lässt.
Hat Faktor B denn nur Tomaten auf den Augen?
Ach nee, stimmt ja. Es kann einem ja auch einfach egal sein, solange es einem selbst gut geht. „Wie, stimmt etwa etwas nicht?“
Das geht tatsächlich. Gemeinsame Jahre (!). Keine gemeinsame Sprache. Kein gemeinsames Ziel. Kein gemeinsames Verständnis. Keine Gegenseitigkeit.
Erstaunlich.
Und dann betrachtet man mit einigem Abstand den Umstand, den man nun heute als Ex-Freund bezeichnet. In seiner und in deiner Struktur noch ausgeprägter als Jahre zuvor.
Keine nebulös verhangenen Augen mehr.
Und fragt sich ganz ernsthaft, mit nicht dem geringsten Anflug von Wehmut oder gar Nostalgie:
Was hat mich denn damals nur geritten?
Was hat mich gepackt? Hat mich etwas fasziniert?
Wo hinein, verdammt noch mal, hab ich mich da eigentlich verliebt?
In braune Augen?
In starke Arme? In eine Aura? In ein Mitgefühl? In ein Verständnis?
Oder war es nur ein Traum? Und ein verdammtes Mixtape.
Ja....die Ansprüche. Darüber habe ich mich auch schon herrlichst übergeben. Bin nun über diesen Text gestolpert und bitte drum: pinnt, schraubt, nagelt ihn euch in den Frontallappen.